Autor: Dan

  • “Treat You Better” (Shawn Mendes)

    Lyrics Quote

    “I won’t lie to you // I know he’s just not right for you // And you can tell me if I’m off // But I see it on your face // When you say that he’s the one that you want // And you’re spending all your time // In this wrong situation // And anytime you want it to stop // I know I can treat you better than he can // And any girl like you deserves a gentleman // Tell me why are we wasting time // On all your wasted crying // When you should be with me instead? // I know I can treat you better // Better than he can”

    Meaning

    Das ist der klassische „Nice Guy“-Song. Es ist ja total lieb gemeint und trotzdem falsch. Aus zwei Gründen: Der Sänger möchte zwar helfen, aber gleichzeitig auch über sie bestimmen. Das ist definitiv im Bereich von Grenzverletzung und kann sexistisch sein. Gerne bestimmen Männer über Frauen und wissen was besser ist.

    Dennoch hat jede:r ein Recht darauf ihr/sein Unglück zu wählen.

    Der zweite Grund ist schwieriger: Wenn sie jemanden gesucht hätte, der sie besser behandelt, dann hätte sie so jemanden genommen. Wenn sie sich wirklich ein Arschloch aussucht, ist es eine (unbewusste) Wahl und Entscheidung. Wir suchen was zu unserer Welt passt, was vertraut ist. Und es ist immer ein Spiegel von uns.

    Menschen die auf Bad Boys/Girls stehen, sind Opfer und Täter gleichzeitig: sie reproduzieren ihr

    Trauma oder Verletzung. Und erst, wenn das bewusst wird und bewusste Entscheidungen getroffen werden (was tut mir gut vs. was ist mir bekannt), kann sich das ändern.

    Die „Nice Guy“-Falle ist, dass ich von Opfern denke, dass sie eigentlich „in Ordnung“ sind. Aber sie sind genauso kaputt wie ihre Sex-Partner. Nirgendwo kann ich den inneren Zustand eines Menschen besser ablesen, als beim Sex-Partner. Das ist das beste Zeichen, wie es um mich bestellt ist und wie ich mich selbst sehe.

    Deswegen gilt immer: Erst müssen wir Liebe und Vertrauen lernen (beide), dann können wir uns begegnen.

    Rating

  • “Ruin My Life” (Zara Larsson)

    Lyrics Quote

    “I miss you pushing me close to the edge // I miss you // I wish I knew what I had when I left // I miss you // You set fire to my world, couldn’t handle the heat // Now I’m sleeping alone and I’m starting to freeze // Baby, come bring me hell // Let it rain over me // Baby, come back to me // I want you to ruin my life // You to ruin my life, you to ruin my life, yeah // I want you to fuck up my nights, yeah // Fuck up my nights, yeah, all of my nights, yeah // I want you to bring it all on // If you make it all wrong, then I’ll make it all right, yeah // I want you to ruin my life”

    Meaning

    „Ruin my life“ kommt insgesamt 37 mal vor und „fuck up“ immerhin noch 12 mal. Durch die permanente Wiederholung ist es sehr eingängig und eine perfekte Programmierung. Also wenn du dein (Liebes-)Leben auf ein absolutes Desaster programmieren möchtest, dann ist das perfekt.

    Das Problem hier ist, dass es nicht um eine Einzelaktion geht, sondern um einen Dauerzustand. Also ich nehme meine Droge nicht nur einmal, sondern möchte lebenslang Junkie werden und werde immer auf der Suche nach härteren Drogen sein.

    Auch das „mach mir mein Leben zur Hölle“ und das im Überfluss („let it rain over me“) ist natürlich etwas, was wir bei Borderline-Patienten finden. Wir sind hier in den tiefsten Gefilden von Sucht und toxischer Abhängigkeit. Das sind ungefähr die Gedanken, die ein Crack-Junkie hat.

    Rating

  • “What’s love got to do with it” (Tina Turner)

    Lyrics Quote

    „You must understand, though the touch of your hand // Makes my pulse react // That it’s only the thrill of boy meeting girl // Opposites attract // It’s physical // Only logical // You must try to ignore that it means more than that // Oh-oh, what’s love got to do, got to do with it? // What’s love but a second-hand emotion? // What’s love got to do, got to do with it? // Who needs a heart when a heart can be broken? // Oh-oh, what’s love got to do, got to do with it? // What’s love but a second-hand emo- // Oh-oh, what’s love got to do, got to do with it?“

    Meaning

    Das Gute zuerst: Hier wird Sex und Liebe nicht synonym verwendet. Der Text trennt beides klar und sagt „Sex kann ich haben, aber an Liebe glaube ich nicht, die gibt es nicht (für mich), also versuche ich ohne auszukommen“.

    So kacke und falsch das ist und durch die permanente Wiederholung auch eine Programmierung ist, so haben wir hier aber viel Wahrheit drin.

    Der Text nimmt uns mit in den inneren Schmerz (in das Weltbild des kleinen grauen Kreises indem es keine Liebe, kein Vertrauen, keine Intimität und keine Hingabe gibt). Der Song zeigt einen Menschen, der echte Liebe und Beziehung nie erlebt hat und es mit dem einzig Verfügbaren ersetzt.

    Der Mechanismus ist: Liebe kann ich nicht haben, dann baue ich einen Glaubenssatz, der besagt, dass ich Liebe nicht brauche. Also wird alles gut. Leider bleibt das Loch der unerfüllten Grundbedürfnisse.

    Rating